Dritte Märzwoche
Was für eine Woche! Da Liz und Martin zu Gast waren, musste natürlich für Unterhaltung gesorgt. Und selbst wenn ich meiner Kurse wegen nicht immer überall dabei sein konnte, so ist doch einiges passiert.
Montag
Um ehrlich zu sein kein sehr schöner Tag von nun. Mein letzter Kurs wurde auf Fünf bis Sechs Uhr verschoben. Das heißt, ich bin entweder für drei Stunden zwischen Zwei und Fünf Uhr auf dem Campus oder ich fahr zurück zum Wohnheim und muss mich dann zwingen zurück zur Uni zu fahren. Diesen Montag hatte ich zum Glück Hausaufgaben. Ich hab‘ hier nen Kunstkurs belegt, in dem wir ein Objekt oder einen Ausschnitt aus der Umgebung in einem kleinen Tal auswählen und für den Rest des Semesters skizzieren, zeichnen und später wohl auch malen. Am Nachmittag bekam auch Sarah noch Besuch von einer guten Freundin namens Courtney.
Abends gingen wir zu einer Salsa-Stunde in Paceville. Meine Tanzpartnerin war Janae; und ich muss sagen, dass wir sehr gut getanzt haben. Gegen Ende der Stunde wurd’s sogar zu einfach für uns. Danach noch rumhampeln und den verschiedenen Clubs und dann gegen Eins nach Hause getrudelt.
Im Wohnheim angekommen, öffne ich meine Tür und hör schon im Flur laute Musik. Im Zimmer sitzt mein werter Mitbewohner und hört so laut es geht polnische Popmusik, halb Zwei Uhr nachts.
Ich: „Hier versuchen Leute zu schlafen.“
Er: „Nein, Stefan; wer? Es waren doch alle zur Salsastunde.“
Ich: „David war nicht mit und der versucht nebenan zu schlafen.“
Er: „Stefan, nein, Stefan; die Amerikaner feiern jede Nacht in der Küche.“
Ich: „Was? Wer?“
Er: „Stefan, nein; ich will keine Namen nennen.“
Ich: „Ne, schon gut, sag ruhig.“
Er: „Stefan, nein, Stefan; ich hab sie vergessen.“
Ich: „. . . Also stimmt’s nicht. Ich sag ja auch nur, dass du um die Uhrzeit nicht so laut Musik hören sollst. Du kannst dir doch Kopfhörer kaufen.“
Er: „Stefan, nein; meine Ohren sind krank.“
Nach etwaigen falschen Beschuldigungen gegen meine neuen amerikanischen Freunde, hatte ich dann die Fachsen dicke und hab tacheles geredet und ihm gesagt, dass er der wahrscheinlich lauteste hier im Haus ist, weil er jede Nacht schnarcht, früh morgens Krach macht und und und. Gott, war der beleidigt! Das Gute daran ist, dass ich jetzt konsequent ignoriert werde und nicht mehr gefragt werde, wie man dieses und jenes am besten im Englischen formuliert.
Dienstag
Entweder verdrängt oder vergessen. Es gibt keine Fotos, also kann’s nicht sonderlich spektakulär für mich gewesen sein.
Mittwoch
St. Patrick’s Day
Aber bevor ich zur Party komme, muss ich von meinem neuen Freund, dem Gecko berichten. Da es ziemlich warm war, ging ich auf Chamäleonsuche hinter dem Wohnheim. Dumm nur, dass die Chamäleons hier anscheinend genau wissen sich perfekt zu tarnen… Also wieder kein Chamäleon gefunden. Der kurze Rundgang hat sich aber dennoch gelohnt, denn ich fand einen Gecko, der anscheinend keinerlei Angst vor mir und der Kamera verspürte. Und so konnte ich ein paar ausgezeichnete Bilder schießen, auf denen man sogar die einzelnen Schuppen sehen kann.
Nachdem die Uni überstanden war, ging es abends nach Bugibba, um dort in drei irischen Kneipen und einem Club jeweils ein Freigetränk zu erhaschen und zu feiern. In der ersten Kneipe gab es Jameson und einen Guinness-Schlüsselanhänger. Und irgendwie hatte ich es mir – während wir so rumsaßen und uns unterhielten – in den Kopf gesetzt aus jeder Kneipe ein Souvenir mitzunehmen. Im ersten war es ein kreisrundes Guinness-Poster, das überall hing. Sollte also niemand vermissen. Im zweiten ein Guinness Bierglas, im dritten zwei Schnapsgläser und im vierten hat mir Chris ihre grüne Kette gegeben. Mission erfüllt! :D
Der Abend war sehr lustig und ich bin mir sicher alle hatten ihren Spaß. Auch wenn die Party recht lang war – von 18Uhr bis 1Uhr nachts. Einige haben echt verdammt viel gesoffen. David und ich haben schon Wetten abgeschlossen, wie viele es überhaupt zurück zum Wohnheim schaffen. Hinzu kommen die Fotos, die wir zwei geschossen haben; zu sehen sind Leute, die so betrunken sind, dass sie alle Hemmungen verlieren und mit jedem rummachen wollen. Göttlich!
Donnerstag
Am Donnerstag wurde Janae zum dritten Mal Tante und wir sind am Nachmittag, nachdem ich mit der Uni fertig war, nach Marsaxlokk (Marßaschlock) zu fahren, um dort in einem Fischrestaraunt – wer hätte es geahnt – Fisch zu essen. Sehr sehr lecker.
Freitag
Freitag war Feiertag. Welcher? Keine Ahnung. Hier wird jeder zweite Heilige gefeiert und darüber bin ich froh, denn dann muss ich nicht zur Uni. Wir entschlossen so früh es ging nach Gozo zu fahren, um unseren Gästen die schönste Insel der Welt zu zeigen. Ja, Malta mag toll sein, aber Gozo ist das Paradies, in dem ich meine letzten Tage verbringen möchte. So ein wunderschöner und ruhiger Ort ist mir noch nie begegnet. Der aufmerksame Leser wird sich an Gozo erinnern können, denn dort wurde Karneval gefeiert.
Hughes konnte leider nicht mit, denn dem ging es ziemlich schlecht. Da ich das natürlich nicht einfach so hinnehmen konnte, schnappte ich mir sein Kopftuch, eine Banane und einen Stift und so konnte Hughes in Form des gelben Obsts dann doch noch mit.
Auf Gozo war unser Ziel das Azure Window; und so schön es auch beim ersten Besuch gewesen sein mag; es war noch viel viel schöner. Es herrschte diesmal Ebbe und wir erreichten Orte, die beim letzten Mal unter Wasser standen. Mir sind echt ein paar wundervolle Fotos gelungen. Für 3,50€ sind wir mit einem kleinen Boot von einem See aus durch Höhlen ins offene Meer gefahren, um die Küste mal aus der anderen Seite zu erleben. Ein echt geniales Erlebnis, das definitiv wiederholt wird. Nach ungefähr anderthalb Stunden sind wir zurück nach Victoria und haben die Zitadelle besucht. Zuvor waren wir noch auf einem kleinen Markt im Zentrum der Stadt und ich fand endlich eine neue Sonnenbrille, da meine alte kaputtging. Endlich wieder richtig gucken! Danach ging es zurück nach Malta.
Abends hat unsere Lieblingsitalienerin Chris Lasagne für alle gemacht und danach haben wir King’s Up gespielt.
Samstag
Heute ging’s noch einmal nach Valletta, bevor wir Liz und Martin zum Flughafen gebracht haben. Ich hasse Abschiede, aber irgendwie bin ich mir sicher, dass ich die beiden wieder sehen werde.
Es gibt so viele geniale Fotos. Aber ich nehm mal die zwei besten. ;) Das erste zeigt unsren Hughes wie er leibt und lebt und das Meer genossen hat. Auf dem anderen Bild sieht man meine Wenigkeit.
English version:
Third week of March
What a week! Since Liz and Martin were on Malta, we had to entertain them. And even though I couldn't do everything with them, due to my shitty schedule, a lot happened.
Monday
To be honest, not a nice day, cause I have class till 6pm from now on. At least I had to do something during my three hour break, but still. It sucks...
In the afternoon Sarah's friend Courtney arrived. So we had one gest more to entertain and meet another really funny American.
In the evening we went to Paceville and to a Salsa class. It was awesome! Janae was my dancing partner and we were terrific! I think the only peeps who could beat us were John & Liz and the teachers. After that we went to several clubs and danced, until we eventually went back to the residence.
Back in my apartment I opened the door and could hear some crazy Polish music. Thomas sat in our room and listened to it as loud as he could, 1:30am.
Me: "People are trying to sleep here."
Him: "No, Stefan; who? Everyone was at the Salsa lesson."
Me: "Uhm, David wasn't."
Him: "Stefan, no, Stefan, the Americans have a party every night in the kitchen."
Me: "What? Who?"
Him: "Stefan, no; I don't want to say names."
Me: "No, it's okay, just tell me."
Him: "Stefan, no, Stefan; I forgot."
Me: "... so it's not true.I'm just saying that you shouldn't listen to music that loud at this time. You could use headphones."
Him: "Stefan, no; my ears are sick."
After several false acusations against my American buddies I had enough and told him that he's prolly the noisiest guy in our apartment, snoring every night and being so loud in the morning. God, he was so offended. Good thing is that he constantly ignores me now and won't bother me with his questions about English grammar.
Tuesday
I either suppressed the day or forgot. Since there're any pics, nothing exciting happened.
Wednesday
St. Patrick's Day
Before I report about the party, I have to tell you about my new friend the Gecko. Since it was pretty hot I thought I'd be lucky and find a chameleon. On the one hand I wasn't lucky to find a leroy, on the other hand I found that awesome lizard which was not afraid of my camera and I could took some brilliant pics. You can even see the scales, so cool!
After class we went to Bugibbu to pub crawl to three Irish pubs and one club. We got one free drink in each pub; Jameson in the first one, Sangria in the second and some disgusting mix of energy and Vodka in the last ones. I somehow wanted to have some souvenirs that night and I got a Guinnes keychain, a Guinnes glass, two shots and Chris' green necklace. Mission accomplished!
That evening was really fun and I'm sure everyone enjoyed it. Even though the pary was really long - from 6pm to 1am. Some peeps drank a lot and David and I bet how many of them would make it back to the residence. Additionally we took some hilarious pictures of drunken people making out with everyone.
Thursday
Janae got a new niece and we went to Marsaxlokk to eat some fish at a restaurant. Delicious!
Friday
Friday was a public holiday. Which? No idea! They celebrate every second Saint here and I'm glad about that, cause it means less class! We decided to go to Gozo as soon as we could, to show our guests the most beautiful island in the universe. Yeah, Malta is awesome, but Gozo is much better; it's the paradise where I want to retire.
Hughes couldn't come with us, cause he felt sick. Of course I couldn't accept that. So I took Hughes' bandana, a banana and a pen; and made him come with us.
Our main goal was to show our guests the Azure Window. It may have been beautiful during our first visit, but it was so much better this time. Tide + no wind makes Azure Window one of the most beautiful places on earth. We took a boat through the inland sea caves for 3,50€ to see the Window from the other side. Splendid! We'll definitely do that again.
Afterwards we went to the Citadelle in Victoria and I bought new sunglasses and a hilarious bandana.
Back on Malta, Chris - our favourite Italian - made some lasagna and we played King's Cup.
Saturday
Today we went to Valletta before we took Liz and Martin to the Airport. I hate goodbyes, but I somehow think that I'll see them again someday.
The pics show Hughes on Gozo and me. The most awesome pics of our day on Gozo. ;)

So eine Maltawoche kann ganz schön vielfältig sein, wie man liest.
AntwortenLöschenVielleicht hat Dein polnischer Pole Heimweh und Du warst unsensibel?
Besonders hat mir der als Banane getarnte Gecko gefallen.
Al Terdum Merossi
Entschuldigung, aber einen Gecko meinte ich nicht, ich meinte das Chamäleon, das sich als Banane getarnt hat. Das kann man ganz klar erkennen und ich bin in der Biologie von Kleinsäugern nicht so gut drauf.
AntwortenLöschenAl Terdum Merossi
Es muss unbedingt eine genauere Erklärung des Spieles King's Cup erfolgen! Oder ich habe sie übersehen-.-
AntwortenLöschenoh earl monkey, u so crazy :D
AntwortenLöschendein auslandssemester klingt mehr nach nem urlaub als nach studium ^^ ich glaub bei chemie wird das net so... ^^
internet high five
blimsch ;D